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Bürgerservice

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Verfahrensbeschreibungen

Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung beantragen

Das Finanzamt überprüft im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer, ob die Steuerersparnis aus dem Kinderfreibetrag höher ist als der Anspruch auf Kindergeld.
Teil dieses Freibetrages ist der Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung.

Er beträgt 1.320 Euro und verdoppelt sich auf 2.640 Euro für Ehegatten und Lebenspartner und Lebenspartnerinnen, bei denen das Kind zu beiden in einem Kindschaftsverhältnis steht und die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden.

Hinweis: Der Freibetrag wird jeweils zur Hälfte auf die Eltern aufgeteilt. Leben die Eltern getrennt und hat ein minderjähriges Kind seinen Wohnsitz nur bei einem Elternteil, kann dieser auf Antrag den hälftigen Freibetrag des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen nicht während des ganzen Jahres, wird der Freibetrag gezwölftelt und anteilig berücksichtigt.

Ein Eintrag in den Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen und damit die Berücksichtigung bei Ihrer monatlichen Lohnabrechnung erfolgt nur unter denselben Voraussetzungen wie beim Kinderfreibetrag.

Zuständige Stelle

das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen

Voraussetzungen

Als Kinder werden berücksichtigt:

  • im ersten Grad mit Ihnen verwandte Kinder (eheliche, für ehelich erklärte, nichteheliche und angenommene Kinder),
  • Kinder des Ehegatten oder Lebenspartners (Stiefkinder) und Enkelkinder, die Sie in Ihren Haushalt aufgenommen haben
  • Pflegekinder, mit denen Sie durch ein familienähnliches, auf längere Dauer berechnetes Band verbunden sind,

bis sie 18 Jahre alt werden.

Darüber hinaus können Kinder nur noch unter bestimmten Voraussetzungen berücksichtigt werden.

Eine Übertragung des hälftigen Freibetrages des anderen Elternteiles auf Sie ist möglich, wenn

  • das Kind minderjährig ist,
  • Sie getrennt leben und das Kind nur bei Ihnen gemeldet ist,
  • Sie die Übertragung auf der Anlage Kind zur Einkommensteuererklärung beantragen und
  • der andere Elternteil nicht widerspricht. Der Widerspruch des anderen Elternteils ist nur möglich, wenn auch er das Kind betreut oder Kosten für die Betreuung übernimmt.

Verfahrensablauf

Sie müssen keinen Antrag stellen, da das Finanzamt die Voraussetzungen im Rahmen der jährlichen Veranlagung zur Einkommensteuer von selbst überprüft. Wenn Sie den hälftigen Freibetrag des anderen Elternteils auf sich übertragen lassen wollen, weil Sie vom anderen Elternteil getrennt leben und das Kind in Ihrem Haushalt lebt, müssen Sie dies auf der Anlage Kind zur Einkommensteuererklärung beantragen.

Können Sie einen Freibetrag für Betreuung und Erziehung oder Ausbildung als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal während des laufenden Kalenderjahres bilden lassen, weil Sie kein Kindergeld ausgezahlt bekommen, müssen Sie ihn beim Finanzamt Ihres Wohnsitzes beantragen. Das Finanzamt kann Ihnen auch sagen, ob sich die Eintragung in Ihrem Fall lohnt.

  • Beantragen Sie erstmals beim Finanzamt einen Freibetrag für das Kalenderjahr 2016 oder möchten Sie einen im Verhältnis zum Kalenderjahr 2015 erhöhten Freibetrag berücksichtigen lassen, verwenden Sie den „Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“.
  • Wenn Sie für 2016 höchstens den Freibetrag beantragen, der schon für das Kalenderjahr 2015 ermittelt wurde, verwenden Sie den zweiseitigen „Vereinfachten Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung“.

Die Freibeträge müssen Sie jedes Jahr neu beantragen.

Erforderliche Unterlagen

  • Angaben zu den Kindern in der Steuererklärung („Anlage Kind“)
  • eventuell Nachweise über die Erstausbildung von volljährigen Kindern

Frist/Dauer

Anträge auf Bildung eines Steuerfreibetrags oder eines höheren Freibetrags als elektronisches Lohnsteuerabzugsmerkmal müssen Sie bis spätestens 30. November des Jahres stellen.

Sonstiges

Auskünfte erteilt das Finanzamt, in dessen Bezirk Sie wohnen.

Kosten/Leistung

keine

Freigabevermerk

Dieser Text entstand in enger Zusammenarbeit mit den fachlich zuständigen Stellen. Das Finanzministerium, vertreten durch die Oberfinanzdirektion Karlsruhe, hat dessen ausführliche Fassung am 12.09.2017 freigegeben.